Biogasanlage

In der Biogasanlage wird regionale Biomasse zu Biogas vergärt. Der Hauptanteil der angelieferten Biomasse ist Gülle von Landwirtschaftsbetrieben aus der Gegend, der Rest besteht aus diversen Biomasse-Cosubstraten. Das produzierte Biogas wird anschliessend in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt und zur Strom- und Wärmeproduktion eingesetzt.

Fakten

Elektrische Leistung: 400 kW

Ökostrom: 1 500 000 kWh (400 Haushalte)

Wärme: 1 500 000 kWh

Inbetriebnahme: 2009

Funktion

Die Biogasanlage besteht aus drei Fermentern und einem Endlager. Aus der Vorgrube wird der Substratmix aus Gülle und Cosubstraten in die drei Fermenter gepumpt. Die Fermenter werden stets auf eine Temperatur von rund 40°C beheizt und mit Rührwerken regelmässig durchmischt. In anaeroben Gärungsprozessen fermentieren Bakterienkulturen die Biomasse zu Biogas. Die Gülle vergärt ca. 50 Tage in den Fermentern, danach wird sie in das Endlager gepumpt. Das entstandene Biogas wird zum Blockheizkraftwerk geleitet.

Energieträger

Für die Beschickung der Biogasanlage im Energiezentrum werden ausschliesslich Biomasse-Abfälle verwendet. Als Hauptanteil wird Gülle vergoren. Der Nebenanteil besteht aus Cosubstraten wie Mist, Getreideabfällen, Gemüseernteabfällen, Speiseabfällen, und Abfällen von Grünguttouren.

Strom

Mit dem in den Fermentern produzierten Biogas wird ein Blockheizkraftwerk (Gasverbrennungsmotor) angetrieben. Dieser Motor treibt einen Generator an, der Strom produziert. Der Strom wird in das lokale -Stromnetz eingespeist.
Jährlich werden im Biogas-BHWK rund 1 500 000 kWh CO2-neutraler Strom produziert. Dies entspricht ungefähr dem jährlichen Verbrauch von 400 Haushalten.

Abwärme

Der Gasverbrennungsmotor erzeugt aus der zur Verfügung stehenden Energie ca. 40 % Strom. Der Rest der Energie wird in Form von Abwärme freigesetzt und im Energiezentrum genutzt. Ein Teil der Abwärme wird eingesetzt, um die Gülle in den Fermentern zu erwärmen. Der restliche Anteil wird ins Fernwärmenetz eingespeist. Somit wird fast die gesamte Energie genutzt und ein sehr hoher Wirkungsgrad erreicht.

Gärgülle

Die Gärgülle, welche wässriger ist als unvergorene Gülle, wird zu den Landwirtschaftsbetrieben transportiert und auf den Feldern ausgebracht. Sie besitzt hervorragende Düngeeigenschaft und ermöglicht ein optimales Pflanzenwachstum. Ein grosser Vorteil ist, dass die Gärgülle aufgrund des geringen Ammoniakgehaltes weitaus geruchsneutraler ist als normale Gülle! Durch den geringeren Ammoniakausstoss wird die Umwelt zusätzlich geschont.