Die Fernwärmeversorgung der Region Ausserschwyz kommt stetig voran. Das Baugesuch für die Hauptleitungen der Fernwärmeversorgung von Galgenen nach Altendorf  wurde eingereicht.

Galgenen – Die Agro Energie Ausserschwyz AG i.Gr. plant von der Bodenwiese in Galgenen die Region Ausserschwyz mit Fernwärme zu versorgen. Die Baubewilligung für ein modernes Holzkraftwerk wurde bereits erteilt. Auch das Fernwärmenetz für die Versorgung der Gemeinde Galgenen wurde bewilligt. „Das Interesse an unserer Fernwärme ist gross“, sagt der Geschäftsführer, Philipp Züger und fügt weiter an „bereits sind erste Fernwärmeleitungen eingebaut worden.“

Baugesuch Altendorf

Nach intensiven Gesprächen und sehr konstruktiver Zusammenarbeit mit der Gemeinde Altendorf, konnte das Baugesuch für die Hauptleitungen der Fernwärmeversorgung für das Gemeindegebiet Altendorf eingereicht werden. „Die Linienführung in Altendorf ist und bleibt eine echte Herausforderung. Die Platzverhältnisse sind auf Grund der Topographie in Altendorf sehr beschränkt“, führt Urs Rhyner von der Agro Energie Ausserschwyz aus. Tatsächlich ist in Altendorf, zwischen Obersee und Berg, durchzogen von Autobahn und Bahnlinie, nur beschränkt Platz für Werkleitungen. „Wir erhielten von Anfang an von der Gemeinde Altendorf Unterstützung, um eine möglichst ideale und für die Bevölkerung vertretbare Linienführung auszuarbeiten, welche auch optimal mit anderen Werken koordinierbar ist“ ergänzt Philipp Züger.

Erste Etappe bis nach Freienbach

Wie die Agro Energie Ausserschwyz bereits kommuniziert hat, soll der Ausbau der ersten Etappe von Galgenen bis nach Freienbach reichen. Mit der Gemeinde Freienbach haben bereits erste Gespräche für die Ausarbeitung der Baueingabe stattgefunden. Ebenfalls wird die Zusammenarbeit mit dem EW Höfe, welche für das Strom- und Erdgasnetz in Freienbach zuständig ist sehr geschätzt. Somit kann auch in Freienbach eine Koordination von Bauten für verschiedene Werksleitungen angestrebt werden. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis zur Heizsaison 2020/21 für die Gemeinden Galgenen, Lachen, Altendorf und Freienbach in Betrieb zu nehmen. 

Reglement Lachen

Dass die erste Etappe des Fernwärmenetzes auf die Gemeinden Altendorf und Freienbach ausgedehnt wurde, ist einerseits auf die rege Nachfrage aus den beiden Gemeinden zurückzuführen, andererseits verzögert sich die Erteilung einer Baubewilligung für Lachen weiter. Das von der Gemeinde Lachen verabschiedete Reglement zur Benützung des kommunalen Untergrunds wurde bisher vom Regierungsrat noch nicht genehmigt. Um von dem Entscheid aus Lachen unabhängig zu sein, wird nun die Gemeinde Altendorf direkt von der Gemeinde Galgenen aus erschlossen. Die Agro Energie Ausserschwyz ist aber zuversichtlich, dass auch in Lachen zeitnah eine Lösung gefunden werden kann. „Trotz offenen Fragen betreffend Konzession und Baubewilligung in Lachen, ermöglicht uns die Gemeinde Lachen, in der Planung der Kernerneuerung mit unseren Fernwärmeleitungen teilzunehmen. Dies schätzen wir sehr“, erklärt Philipp Züger an. Das ist auch durchaus sinnvoll, da bereits im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden soll.

Bereits erste Übergangslösungen

Die Agro Energie Ausserschwyz kann bereits jetzt, Übergangslösungen bis zum Eintreffen der Fernwärmeleitungen, bei Liegenschaften anbieten. „Diese Methodik hat sich bei der Agro Energie in Schwyz bewährt. Steigt bei einer Liegenschaft die herkömmliche Heizung aus, stellt die Agro Energie sofort eine Heizalternative. Der Liegenschaftsbesitzer muss sich um nichts mehr kümmern“, erklärt Urs Rhyner.

Agro Energie beteiligt

Neu macht die Agro Energie beim Projekt mit. Es wird eine neue Firma mit dem Namen «Agro Energie Ausserschwyz AG» gegründet. Die neue Geschäftsleitung setzt sich aus den Grundeigentümern Guido und Philipp Züger und den zwei Holzenergieexperten Baptist Reichmuth und Urs Rhyner von der Agro Energie zusammen. «Eine Beteiligung von Institutionen aus der Region und Interessenten am Fernwärmenetz ist durchaus denkbar», sagt Mitinvestor Baptist Reichmuth.

Standortvorteil Fernwärme

«Ein Fernwärmenetz, welches mit erneuerbarer Energie betrieben wird, ist für die Region ein Standortvorteil, weil es die einfachste und kostengünstigste Lösung ist, eine Liegenschaft erneuerbar und nach Vorschrift zu beheizen», erklärt Energieexperte Urs Rhyner. Die Fernwärmeversorgung funktioniert wie eine riesige Zentralheizung: Statt in jedem Gebäude einzeln wird für eine ganze Region die Wärme zentral erzeugt und den Kunden zugeleitet. Fernwärme wird für Heizung, Lüftung und die Wassererwärmung verwendet. Das lange Rohrleitungsnetz versorgt Betriebe und Haushalte in der Region mit natürlicher Wärme.

Regionale Wertschöpfung

Für den Bau des Energiezentrums Bodenweis und des Fernwärmenetzes werden in einer ersten Etappe rund 35 Mio. Franken investiert. Die Realisierung des Projektes erfolgt zum grössten Teil mit lokalen und regionalen Partnern, womit die Wertschöpfung direkt vor Ort bleibt. «Zudem fällt bei der Verwendung von regionalem Holz als Rohstoff die Wertschöpfung hier an. Ganz im Gegensatz zu Heizöl oder Erdgas, wo Millionen von Franken aus der Region ins Ausland abfliessen», sagt Baptist Reichmuth. Mit dieser alternativen Energieproduktion können in der Region Galgenen und Lachen pro Jahr über 8 Mio. Liter Heizöl eingespart und der CO2-Ausstoss um über 21’000 Tonnen reduziert werden. Die Wertschöpfung wird in der Region zusätzlich durch die Schaffung von rund 10 Arbeitsplätzen erhöht.

Zeitplan

Wenn alles rund läuft und es keine unvorhergesehenen Verzögerungen gibt, sollte die Baubewilligung noch in diesem Herbst eintreffen. Somit wäre ein Baustart im Frühling 2019 möglich. Das Energiezentrum und das Fernwärmenetz werden parallel gebaut. Rund 1.5 Jahre nach dem Baustart, können die Anlagen in Betrieb genommen werden. Wer schon vorher eine neue Heizlösung braucht, dem kann mit Übergangslösungen geholfen werden. Interessenten können sich ab sofort melden unter der Telefonnummer: 055 450 60 55

11.10.2018